"Tue nicht das Getane sondern das zu Tuende"
[frei nach Martin Buber]

"... und nur das!"
[Nachsatz frei nach mir]

Als klassischer Nebenerwerbslandwirt, welcher hofeigene Flächen eher managed als bewirtschaftet, stellen nicht- oder schwer mit gängigen Maschinentypen bearbeitbare Zonen natürlich laufende Aufwände dar. Im Fall der Oberleithen ist daraus - folgend Andreas' Impuls kleinteilge Bereiche für Gemüseanbau zur Deckung des Eigenbedarfs zu nutzen - die Idee entstanden, angrenzende, bis dahin konventionell bewirtschaftete und Gülle/Stickstoff gedüngte Acker- und Wiesenflächen zu renaturieren und, einen sich in eine Biodiversitäts-Vision möglichst reibungsfrei integrierenden Kulturplan für das rd. 6500m² Areal zu entwickeln bzw. eine Entwicklung dahin anzustossen.

Diese Biodiversitäts-Vision besteht nun darin, daß eine Fläche von abgesteckter Größe, sich selbst überlassen, abhängig von den Gegebenheiten der Bodenbeschaffenheit, dem Höhenprofil, Sonnennstunden, ihrer "Vorleben" etc. den für sich biodiversesten Lebensraum hervorbringen müßte. Eine dieser Gegebenheiten sind wir, dzt. Ernst, Andreas und ich, die wir uns szsg. anmaßen, uns einerseits in Form einer höheren Idee, andererseits mit unseren verschiedenen Bedürfnissen, sei es das Abschöpfen der Erträge in Form von Obst und Gemüse, den manuellen Mähaufwand einzelner zu reduzieren bishin zu Experimentierflächen für Anbaumethoden, Sortenpflege, geschützter Raum zur Naturbeobachtung (und damit Erkenntnisraum) etc. einzubringen. Doch dies steht - etwas radikal formuliert - in der Wertigkeit auf Augenhöhe mit den Interessen von Insekten, Beikräutern, umherstreifendem Wild, Bienen, Ameisen, Grundwasserspiegel usw. Dh. es gehört auch dazu, daß wir nirgends rumtrampeln wo nicht nötig, so wenig wie möglich Bodenverdichtung durch Befahren mit dem Traktor verursachen, keine grösseren Menschenmassen versammeln odgl. ungebührlich Raum im Gesamtsystem/-organismus in Anspruch nehmen. Anfallende Biomasse soll am Areal direkt durch Mulch oder Kompost rückgeführt werden und der notwendige Eintrag von Saatgut, Jungpflanzen oder organischem Mist sollte aufgrund von Naturverjüngung, Flächenkompostierung etc. konstant rückläufig sein.

Subsummiert haben wir also ein Areal - in Folge meinerseits vermutlich öfter als "Organismus" bezeichnet, in dem den Ansprüchen aller beteiligten Parteien (Mensch, Tier, Pflanze, Luft, Wasser, Mineral) mit konsensualen Mitteln Rechnung getragen sein soll. Zu beachten ist hier eine Momentaufnahme, jene aus 2020, zu welcher diese Biodiversitäts-Vision sich formte (man kann durchaus sagen, im regen Austausch derselben beteiligten Parteien). Sofern man einen Beurteilungsrhythmus etablieren wollen würde, wären hier wohl 7-9 Jahre sinnvoll, kurzfristigere Auswertungen sind eher Beobachtungen eines, sich im Wandel befindenden hochdynamischen Systems, welche wohl wenig mehr denn statistisches Rauschen beizusteuern imstande wären. Als Positiv-Indikator können mit Sicherheit die Populationen von Spinnen, Fröschen ua. Kleintieren gelten.

dh. nach Findungsphase und Organisation der rechtlichen Rahmenbedinungen mit Vorpächter und AMA wird 2020 erstmal die Leithen nur 2x gemäht - tw. nur 1x im Juni, mit dem anfallenden Mähgut + noch eingelagertem Altheu, wird das erste Mulchbeet zum Kartoffelanbau 2021 angelegt. Die Erträge waren vergleichbar mit jenen der maschinell gelegten und gerodeten Vergleichsfläche am darunterliegenden Acker, die Lagerfähigkeit, zumindest in diesem Jahr, auch entschieden besser.

Im Herbst 2021 werden Obstbäume am Hang gepflanzt, um hier den Übergang zur (mageren) Streuobstwiese einzuleiten. Der Hang wird 2x jährlich händisch (hauptsächlich Sense, tw. Einmann-Balkenmäher) gemäht, das Heu wird für Mulch am Areal verwendet (Nähstroffkreislauf). Altbaumbestände werden erhalten, zu nennen hier (von Nord nach Süd) im Rainbereich zur oberhalb liegenden Wiese (die aus meiner Sicht organisatorisch als absolut stimmige Erweiterung des Areals zum Waldanschluss sich anschmiegt, das nur so nebenher in Richtung des Landlords schielend) der knorrige kleine Holzapfel (glaub ich), junge Nuss nebst altehrwürdiger Kirsche, junge Eiche und, in der künftigen Streuobstwiese, die auch langjährig ansässige Vogelkrische. In letztere fände ich gut, eine Schattenbank an der Ostseite zu installieren.

An der südlichen Grenzlinie zum nächsten Acker wurden Baumhaseln gepflanzt, im Frühjahr 2022 in der Wiesenfläche vereinzelte Sträucher (Hartriegel, Schlehe, Pfarrerkapperl, Schneeball, Himbeeren) als Startpunkte. Für die Wiesenfläche gäbe es die Idee, hier die lt. Permakultur mind. 30% Wildwuchsflächen zu etablieren, mittig - in Linie der Vogelkirsche - eine tieferliegende Feuchtzone. Der Mähaufwand für die untere Wiese reduziert sich so bei zunehmendem Bewuchs Jahr um Jahr.
März 2022 werden einige Weidenstecklinge am oberen Wiesenrand gepflanzt. Ziel wäre hier eine Kopfweiden-Zeile für frühe Pollentracht zu etablieren, die gleichzeitig die Wildwuchszone darunter zu einem befahrbaren Weg den Hang entlang abgrenzt.

Unterhalb des im Vorjahr angelegten Mulchbeets (das dringend bepflanzt werden sollte, damits nicht wieder zuwächst), könnte heuer schon ein 2. ähnlich dimensioniertes parallel darunter (etwas nach Norden versetzt) angelegt werden. Am besten hier Frühjahrs- und Herbstmaat der Streuobstwiese verwerten. Ziel könnte sein, diese 2 Beete mit der Mahd von darüber dauerhaft als Mulchbeete ohne weiteren Düngereintrag zu betreiben. Das wär auch praktisch.

Grundbirn wären auf der Ackerfläche entlang vom Gemüsegarten geplant. Im praktischsten Fall schmeissen wir einfach die Saatkartofferl in die jetzt hochkommende Gründüngung und kippen 50cm Heu vom Heuboden drüber. Glaub aber, die werden wir bis Ende März schon mähn müssen vorher. Ich denke am Heuboden liegt ungefähr noch die Menge an Heu, die wir am Acker bräuchten, schätze 6-7 Schwänze. Da geht schon viel auf. 30kg Saatkartofferl kriegen wir vom Fuchsbauer in Walpersdorf, wenn wir nochmal soviel von den Vorjahrskartofferln aussortieren, sollt das passen, denk ich.



zur Wühlmaus

Erdäpfelernte 2022 ist mehr als bescheiden ausgefallen, gefühlte 50-60kg bei annähernd gleicher Saatgutmenge.

Grundsätzlich waren sie gut entwickelt, trotz Käferfrass, tw. auch beachtlich gross. Problem sind die Wühlmäuse, die gefühlte 3/4 verspeist haben. Bevorzugt die grösseren Erdäpfel.

Die dichte Mulchdecke begünstigt vermutlich die Ansiedelung der Wühlmäuse, das kann man ihnen nicht anlasten. evtl. auch begünstigend für die Wühlmauspopulation ist der Umstand, daß in den zuvor beackerten Flächen kaum stärkeres Wurzelwerk vorhanden ist, von dem sie sich üblicherweise hauptsächlich ernähren (Wurzeln/Knollen/Zwiebel von Wildkräutern). Das könnte sich entschärfen wenn wir nächstes Jahr wieder höher wandern mit den Anbauflächen, der Wiesenbewuchs ist dort ja durchgehend etabliert.

In Marie-Luise Kreuter - Der Biogarten - ISBN: 978-3-83541693-2 werden die Schall-/Druckwellen Technik (Eisenstange einschlagen und regelmässig mit dem Hammer draufklopfen - dahin zielen auch die Windradl-Mäuseschreck Gerätln ab), Flaschen schräg eingraben, Menschenhaare in die Gänge stopfen und diverse Abschreckerpflanzen genannt; Wolfsmilchgewächse, Knoblauch, Rote Ribisel, Kaiserkrone, auch einige Narzissenarten werden da genannt. Weiters: Nussbaumblätter, Knoblauchzehen, Thujenzweige, Holunderblätterjauche in die Gänge schütten bzw. stopfen. Zielt alles auf die Geruchsbelästigung ab. Auch vergorene Buttermilch in die Gänge zu schütten ist scheinbar als Hausmittel bekannt. Ich finde ein Baldrianbusch würde sich da gut einordnen, riecht auch intensiv und lockt Katzen an. Ich teil meinen heuer eh im Herbst.

Pfefferminze und Kapuzinerkresse in Mischkultur mit den Erdäpfeln sollen abschreckend auf Schnecken (Gastropoda) und diverse Insekten, wie auch den Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata), wirken.

Ich denke wir könnten die Anbaufläche für 2023 ein bisschen konkreter planen und die genannten ua. Maßnahmen da schon miteinfliessen lassen. zb. schon vorm Auslegen der Saatkartofferl die - falls nicht jetzt schon dann bis ins Frühjahr sicherlich - bestehenden Gänge mit dem Zeugs oben vollstopfen, hier und da eine Eisenstange einschlagen und ein Hämmerchen hinhängen, Kaiserkronen vorziehn und mit Knoblauch an die Ränder der Hügel pflanzen. Auch eine abseitig irgendwo im hinteren Eck gepflanzte Topinampurkolonie könnte sie von den Anbauflächen weglocken.

Am wenigsten sympathisch ist mir persönlich diese Eisenstangen-Klopf-Lärmbelästigungs-Geschichte. Das nervt sicher andere Tiere auch, Maulwürfe, Spitzmäuse, Blindschleichen etc. die allesamt wiederum zur Dezimierung der Wühlmäuse beitragen.



Erdapferl im Mulchbeet 2021

Liebe Freunde,

aus meiner Sicht wäre der Fahrplan für die Erdapferl im Mulchbeet auf der Leithen (zwischen Brunn und Wassertank) ausgehend von den Pflanzzeiten im Thunkalender folgender:

zwischen 28.04. 14 Uhr und 30.04. 15 Uhr (Ausnahme 29.04. zwischen 7 und 16 Uhr) Vorbereitung der Pflanzfläche, dh. nochmal drübermähn, evtl. zu den Stecken hin eine Spatenbreite Grasroden abheben und in Folge (am 28.04.) die ausgetriebenen 8kg reinschmeißen und gleich mit den angetrockneten Roden wieder abdecken - hauptsächlich um einen kleinen Wall als Windschutz beim NO-Wind zu bilden.

Montag 02.05. oder Dienstag 03.05. (wetterabhängig; Ersatztermin könnte zb. der 12.05. ab 11 Uhr oder 14.05. sein) die Saatkartofferl (den Großteil davon, 4/5 der Fläche) auflegen und mit Heu abdecken. @ernst: da wärs super wenn du Zeit hast um das Heu raufzuschippern.

10.05. oder 11.05. würd ich die restlichen Saatkartofferl für 2022 auflegen und abdecken.

ab 02.06. würd ich dann - je nach Samenstand der Gräser vielleicht auch erst um den 10.07. - Stück für Stück anfangen die Leithen zu mähen. Das Heu würd ich wetterunabhängig 1-2 Wochen liegenlassen und dann nach und nach auf die - hoffentlich schon ordentlich wuchernden Erdäpfelstauden - Mulchbeete auflegen. Mit dem Rest vom Heu könnte man hinter dem Wassertank schon die Mulchfläche für 2022 auflegen, bis ins Frühjahr ist das dann sicher schon ein Nährstoffbunker und die Kartofferl brauchen dann nur noch ins vorbereitete Be(e)t(t) eintauchen in der nächsten Saison.

Im Anschluss (12.06. wär Johanni) bzw. an günstigen Fruchttagen (die kämen erst ab 15.06.) gleich den Waldstauden-Roggen großflächig auf der Leithen an den gemähten Flächen aussähen.

Ab September wären dann an Wurzeltagen die Speise-Erdapferl zu ernten.

An den Wurzeltagen im Oktober dann die Saatkartofferl für 2022 zu ernten. Evtl. kriegen wir auch die ein oder andere Samenbeere davon ab, wär interessant die im nächsten Jahr mal testhalber anzusähn und vielleicht die ein oder andere Oberleithen-Sorte daraus zu züchten.

Die Herbstmahd wäre - sofern Flächen mit Waldstaude davon betroffen - an den Fruchttagen günstig, fürs Heu wären die Blütentage besser. Ich würd sagen, da richten wir uns nach den Gräsern, ich glaub Ende September haben wir das voriges Jahr gemacht, oder? Die Heumenge wird da überschaubar sein wie wir vom vorigen Jahr wissen - wobei das Grün vom Roggen dazukommt, von daher würd ichs neben der Mulchfläche mit der Frühjahrsmahd hinterm Wassertank auflegen und vielleicht mit Ästen beschweren, damits die Herbstwinde nicht allzusehr verteilen.


Permakultur Projekt nach 10 Jahren


Waldgarten nach 17 Jahren, Permakultur input


Masanobu Fukuoka, nachhaltiger Biolandbau in Mischkultur


Vortrag: Margarete Langerhorst // 40 Jahre Klein-Intensivgartenbau (Linz, Eferding)

nette Dame. Viele Infos ... nicht zuletzt Botschaften, zu Kompost, Gemüseanbau, Schnecken, Hecken ...

Margarete Langerhorst bewirtschaftet seit 1973 mit Ihrer Familie in Oberösterreich in 500 Meter Seehöhe einen kleinen Hof mit 3,5 ha Grund. Die seit Anbeginn betriebene kleinflächige, intensive Gemüse-Mischkultur zeigt vorbildlich auf, wie sich nur mit Pflanzen, eigenem Pflanzenkompost und minimaler Bodenbearbeitung per Hand ein hochproduktiver, fruchtbarer Boden schaffen lässt. Der Zukauf nur von Saatgut und Gesteinsmehl ist minimal, auf den Einsatz von Maschinen im Gelände wird verzichtet. Für den Erwerb wird das Gemüse über Abokisten, Verkauf ab Hof und Zustellung im Ort verkauft. Das Gelände ist mit Obst- und Nussbäumen sowie Kiwi- und Beerensträucher verschiedener Arten und Sorten bepflanzt. Dies alles bietet unzähligen Vögeln und anderen Kleintieren sehr viel Lebensraum - eine Art Waldgarten. www.gugerling.at